Rettungsmittel in der Badi Lauerz

Diesen Frühling wurde am Seeufer der Badi Lauerz ein neuer Rettungskasten mit Rettungsmittel für den Notfall installiert.

Retten mit geringstem Risiko in Gewässer

Das Wichtigste bei einer Rettung ist der Selbstschutz. Der Retter muss bei der Wahl des Vorgehens und der Rettungsmittel die Umwelteinflüsse und die jeweilige Situation berücksichtigen.

"Die sicherste Rettung ist diejenige, bei welcher sich der Retter nicht ins Wasser begeben muss."
Das Risiko nimmt bei den folgenden Möglichkeiten von Stufe zu Stufe zu. Um sich selber zu schützen, wählt der Retter in einer Notsituation aus den aufgeführten Möglichkeiten das Vorgehen mit dem geringsten Risiko.

Zurufen

Ist der Rettling in Rufweite, versucht der Retter durch Zurufen seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Dadurch wird der Rettling beruhigt und hat einen Orientierungspunkt. Oft reichen klare Anweisungen, anhand derer sich der Rettling selbstständig in Sicherheit bringen kann.

Reichen

Der Rettling ist in Reichweite, aber nicht in der Lage, aus eigener Kraft ans Ufer zu gelangen. Durch Zurufen hat der Retter Kontakt mit dem Rettling hergestellt, reicht ihm einen Gegenstand (Ast, Paddel) und zieht ihn damit aus der Gefahrenzone.

Werfen

Befindet sich der Rettling in Wurfweite, so stellt der Retter den Kontakt durch Zurufen her. Anschliessend wird dem Rettling mit dem Zuwerfen eines Wurfsacks (alternativ: Rettungsmittel oder Rettungshilfe) geholfen.

Fahren/Rudern

Besteht die Möglichkeit, den Rettling innert nützlicher Frist rudernd oder fahrend zu erreichen, zieht der Retter diese dem Einstieg ins Wasser vor.

Gehen/Waten

Sind die obenstehenden Möglichkeiten undurchführbar, versucht der Retter den Rettling gehend zu erreichen. So kann dieser an Land gebracht werden, ohne dass der Retter schwimmen muss.

Rettungsschwimmen

Sind die bisher erwähnten Möglichkeiten undurchführbar, bringt der Retter den Rettling mit den Techniken des Rettungsschwimmens in Sicherheit. Das Hinschwimmen zum Ertrinkenden geschieht möglichst kräftesparend und mit ständigem Sichtkontakt zum Verunfallten. Beim Retten besteht ein Risiko darin, dass eine in Not geratene Person einen Retter packt und sich so über Wasser halten will. Um diese Gefahr ganz zu vermeiden, nähert sich der Rettungsschwimmer einer in Not geratenen Person nur so weit, dass sie ihn nicht packen kann. Wenn immer möglich wird ein Rettungsmittel mitgenommen, welches dem Rettling in die Hände gegeben wird und so dessen Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand lenkt. Sind keine zur Hand, wartet der Retter in sicherer Distanz, bis der Rettling ermüdet. Falls der Retter trotzdem gefasst wird, holt er tief Luft, taucht ab und stösst den Rettling von sich. Die Kräfte, welche ein Mensch in Todesangst entwickelt, sind enorm. Zudem sind sie durch das Opfer nicht mehr kontrollierbar, was eine Rettung extrem erschwert oder verunmöglicht.

"Wenn das Gefahrenpotenzial für den Retter zu gross ist, muss auch ein «nicht Eingreifen» in Betracht gezogen werden."Rettungskasten

Rettungsmittel und Rettungshilfen

Rettungskasten

Auf dem Deckel des Rettungskasten hat es eine Notfallnummer und nützliche Anweisungen, was im Notfall zu tun ist - wie beispielsweise zum Eigenschutz, zum Prüfen der Vitalfunktionen, zur Reanimation und zu Massnahmen gegen Unterkühlung.

An der Unterseite öffnet man einen Gummihebel und klappt die Box wie den Kofferraum eines Autos nach oben auf. Trotz Neugier sollte man die Box nur im Ernstfall öffnen, denn der Rettungskasten ist plombiert.

Wurfsack

Der Wurfsack besteht aus einem Sack, gefertigt aus reissfestem Stoff, einem Auftriebskörper und einem schwimmenden Seil. Der Vorteil des Wurfsacks gegenüber anderen Rettungsmitteln mit Seil ist, dass dieses kompakt verstaut ist und sich zudem präzise werfen lässt.

Unmittelbar vor dem Einsatz wird der Wurfsack geöffnet, sodass das Seil ungehindert aus dem Beutel gleiten kann. Der Retter hält den Wurfsack in der Wurfhand, zieht 1 bis 3 m Seil aus dem Sack und fixiert dieses dort mit der freien Hand. Im Idealfall wird der gestreckte Arm mit dem Wurfsack am Körper vorbeigeführt, weit zurückgenommen und dann mit einem kräftigen Schwung nach vorne gebracht und möglichst über den Rettling hinausgeworfen. Sobald der Rettling das Seil ergriffen hat, wird dieser ans Ufer gezogen. Ist ein Wurf fehlgeschlagen, ist es nicht erforderlich, die Leine wieder im Beutel zu verstauen. Das Seil wird eingezogen und in grossen Schlaufen am Boden abgelegt. Der Sack wird mit Wasser gefüllt und erneut geworfen.

Weitere Rettungsmittel/Rettungshilfen

Falls kein Rettungsmittel verfügbar ist, können improvisierte Rettungshilfen eine grosse Hilfe sein. Für die Rettung können folglich alle Gegenstände, die dem Rettling gereicht werden können oder ihm Auftrieb verschaffen, eingesetzt werden.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Äste
  • Bälle
  • Kinderfischernetz
  • Kleidungsstücke / Gurt
  • Flügeli
  • Schwimmringe
  • Schwimmbretter
  • Kanister
  • Leere Gefässe, die sich luftdicht verschliessen lassen (z.B. Tupperware)
  • Luftmatratzen
  • Paddel
  • PET-Flaschen
  • Plastiksack

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